PLT unit (Pipetten-Dichtheitsprüfgerät)
Leckraten und ihre Ermittlung

Die Leckrate ist das Maß für die Stoffmenge, die pro Zeiteinheit durch ein Leck strömt. Sie wird bei Luftpolsterpipetten mit der PLT unit über eine Differenzdruckmessung ermittelt, d.h. nach Erzeugung eines Unterdrucks wird der Druckanstieg innerhalb einer bestimmten Zeit gemessen.

Die optionale PLT unit Software, auch PLTconnect genannt, ist ein Programm zur Erleichterung der Dokumentation von Dichtheitsprüfungen, die mit der PLT unit von BRAND durchgeführt werden. Durch eine automatische Messwertübertragung wird das Prüfergebnis von der PLT unit in das Programm übertragen. Das Ergebnis wird als Prüfzertifikat angezeigt und im Programm gespeichert. Eine Dokumentation Ihrer Prüfergebnisse wird deutlich erleichtert.

Komplexe Berechnungen
Die Leckrate wird unter Berücksichtigung komplexer physikalischer Zusammenhänge ermittelt. Zur Berechnung der in der PLT unit hinterlegten Grenzwerte müssen Faktoren wie z.B. das Totvolumen des Systems Pipette/Spitze, Strömungsquerschnitte von Pipettenspitzen, Druckanstieg pro Zeiteinheit, Pipettenvolumen und -typ, etc. einbezogen werden.

Die Leckrate QL
Die Leckrate QL ist der Quotient aus dem pV-Wert und der Zeitspanne, während der das Gas durch einen Leitungsquerschnitt strömt.

Der pV-Wert
Der pV-Wert ist das Produkt aus Druck und Volumen einer bestimmten Gasmenge bei der jeweils herrschenden Temperatur. Er bildet ein Maß für die Stoffmenge oder die Masse eines Gases.

Der Volumenverlust
Eine zweckmäßige Einheit der Leckrate bei Pipettenprüfungen ist hPa ml/s. Bei einer Leckrate von z.B. 1 hPa ml/s und einem Luftdruck von 1000 hPa bedeutet dies einen Volumenverlust von etwa 1 μl/s.

PLT unit mit Mehrkanalpipette

PLT unit mit Einkanalpipette

Prüfung mit und ohne Spitze
Um das Pipettiersystem insgesamt zu prüfen, wird die Prüfung mit aufgesteckter, unbenutzter Spitze durchgeführt. Im Falle einer Undichtigkeit kann die Prüfung ohne Spitze wiederholt werden, um zu ermitteln, ob die Undichtigkeit im Ankopplungsbereich Spitzenaufnahmekonus / Spitze liegt.

Dynamische Prüfung
Mit der dynamischen Prüfung kann festgestellt werden, ob ein defekter Kolben (Verschmutzung, Kratzer) eine Undichtigkeit verursacht hat. Während der Messzeit muss die Pipettiertaste mehrmals nach unten gedrückt werden. Die damit verbundene Kolbenbewegung lässt so Fehler am Kolben erkennen.

Statische Prüfung
Bei der statischen Prüfung hingegen wird während des Prüfvorgangs die Pipettiertaste nicht gedrückt, d.h. der Kolben nicht bewegt. Es wird damit nur eine allgemeine Undichtigkeit ohne Zuordnung zu einem Bauteil ermittelt.