Werkstoffe: Glas
Chemische Beständigkeit

Chemische Wechselwirkung mit Wasser und Säuren
Die Wechselwirkung von Wasser und Säuren mit der Glasoberfläche ist vernachlässigbar gering. Hierbei werden lediglich sehr geringe Mengen vorwiegend einwertiger Ionen aus dem Glas herausgelöst. Dabei bildet sich eine sehr dünne, porenarme Kieselgelschicht auf der Glasoberfläche, die den weiteren Angriff hemmt. Eine Ausnahme bilden Fluorwasserstoffsäure und heiße konzentrierte Phosphorsäure, die die Ausbildung der Passivschicht verhindern.

Chemische Wechselwirkung mit Laugen
Laugen greifen mit steigender Konzentration und Temperatur die Glasoberfläche verstärkt an. Zwar vollzieht sich der Glasabtrag bei Borosilikatglas 3.3 (Boro 3.3) lediglich im µm-Bereich, doch kann dies nach entsprechender Einwirkzeit z.B. bei Volumenmessgeräten zur Änderung des Volumens und Zerstörung der Graduierung führen.

 

 

_________________________________________________________________________________________________________

Wasserbeständigkeit von Glasgries
Borosilikatglas 3.3 entspricht gemäß DIN ISO 719 der Klasse 1 von 5 Wasserbeständigkeitsklassen. Bei 98 °C beträgt die aus Glasgries mit einer Körnung von 300 bis 500 μm nach 1 Stunde in Wasser herausgelöste Menge an Na2O weniger als 31 μg Na2O/g Glasgries. Zudem entspricht Borosilikatglas 3.3 gemäß DIN ISO 720 der Klasse 1 von insgesamt 3 Wasserbeständigkeitsklassen. Bei 121°C beträgt die aus Glasgries nach 1 Stunde in Wasser herausgelöste Menge an Na2O weniger als 62 μg Na2O/g Glasgries.

Säurebeständigkeit
Borosilikatglas 3.3 entspricht gemäß DIN 12 116 der Klasse 1 von 4 eingeteilten Säurebeständigkeitsklassen und wird somit als säurebeständiges Borosilikatglas bezeichnet. Nach 6 Stunden Kochen in 6 normaler HCl beträgt der Oberflächenverlust weniger als 0,7 mg/100 cm2. Weniger als 100 µg Na2O/100 cm2 beträgt die herausgelöste Menge an Alkalioxiden nach DIN ISO 1776.

Laugenbeständigkeit
Borosilikatglas 3.3 entspricht gemäß DIN ISO 695 der Klasse 2 von 3 Laugenbeständigkeitsklassen. Der Oberflächenverlust von gerade einmal ca. 134 mg/100 cm2 tritt erst nach 3 Stunden kochen in einer Mischung aus gleichen Volumenteilen an Natriumhydroxidlösung (Konzentration 1 mol/l) und Natriumcarbonatlösung (Konzentration 0,5 mol/l) ein.