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Im Einsatz für Menschen in Not

Flutkatastrophe nach dem Tief „Bernd“: Mitarbeiter unserer Unternehmensgruppe packen ehrenamtlich bei Feuerwehr und THW an, um den Betroffenen zu helfen.

Es war eine der schlimmsten Naturkatastrophen, die Deutschland je heimgesucht hat: Extreme Starkregen hatten Mitte Juli an der Ahr im Norden von Rheinland-Pfalz eine Flutwelle ausgelöst. Ganze Landstriche wurden verwüstet, Straßen und Gleise unterspült, Häuser stürzten ein.

Mitarbeiter von BRAND vin de THW helfen nach der Flutkatastrophe
© THW Miltenberg

In den Fluten und unter den Trümmern verloren allein in diesem Bundesland mehr als 140 Menschen ihr Leben, in Nordrhein-Westfalen gab es infolge des Unwetters weitere 47 Tote. Zehntausende waren von den materiellen Folgen betroffen, verloren ihre Habe oder sogar ihre Bleibe. Bereits kurze Zeit später rollte eine beispiellose Hilfskampagne an. Gebraucht wurden neben Lebensmitteln, Kleidern und Notunterkünften vor allem Helfer mit schwerem Gerät: ein Fall für das THW, das sofort den Einsatz von ehrenamtlichen Rettern, Fahrzeugen und Material organisierte.

 

Miltenberg unterstützt Bad Münstereifel
So machte sich nach kurzer Vorbereitung ein Technischer Zug des THW Ortsverbands Miltenberg auf den Weg ins nordrheinwestfälische Bad Münstereifel – mit von der Partie: die beiden Fachgruppen Notversorgung/-instandsetzung und Räumen. „Zu unseren Aufgaben gehörte es, Gebäude zu sichern, Keller auszupumpen, Fluss- und Bachläufe der Erft im Bereich Bad Münstereifel zu beräumen und zu sichern sowie der Bevölkerung vor Ort zu helfen“, berichtet Michael Zipf. Der Software-Ingenieur bei BRAND war als Zugführer verantwortlich für die insgesamt 21 Einsatzkräfte aus Miltenberg und weitere neun aus Würzburg. Zipf und seinen Kollegen bot sich ein desaströses Bild. Sehr viele Geschäfte in der Altstadt, Schulen und andere öffentliche Einrichtungen waren stark beschädigt oder sogar zerstört, die Häuser vieler Menschen unbewohnbar.

 

Trotz aller Fernsehbilder und Youtube-Videos: „Das wahre Ausmaß der Katastrophe begreift man erst, wenn man in dem Gebiet steht und die Zerstörung überall um einen herum zu sehen ist und man über die Trümmer laufen muss“, sagt Zipf. Er erzählt von einem Erlebnis in einer Notunterkunft: Ein Kind habe seine Mutter gefragt, wann sie wieder nach Hause zum Duschen können. Die Mutter habe antworten müssen, dass es das Zuhause nicht mehr gebe. Das Team aus Unterfranken machte sich gleich an die Arbeit, half beim Auspumpen eines Gymnasiums, stabilisierte ein unterspültes Gebäude und sicherte kulturell wertvolle Steinreliefs aus der historischen Altstadt von Bad Münstereifel. Das Erft-Bett wurde mithilfe von schwerem Räumgerät von Schwemmgut, Schutt, Unrat, zerstörten Fahrzeugen und Gebäudeteilen befreit – als besondere Herausforderung erwies sich hier die Bergung einer gewaltigen Betonplatte. Zipf koordinierte dabei neben seinem Team weitere Kräfte aus Niedersachsen und NRW, die u.a. mit Kettenbaggern, Radladern und Lkw-Kippern vor Ort waren. Insgesamt war das Team eine knappe Woche im Einsatz und erfuhr für sein Engagement viel Wertschätzung. „Die Bevölkerung war sehr dankbar für die Hilfe“, so der BRAND-Mitarbeiter.

© THW Miltenberg

Baden-Württemberg hilft Rheinland-Pfalz

Die beiden VACUUBRAND-Mitarbeiter Maximilian Gerberich (Fertigung) und Marius Leonhardt (Fertigung) waren für das THW Wertheim in Rheinland-Pfalz im Einsatz, das noch stärker betroffen war. Gleich nach der Evakuierung des Hochwassergebiets starteten zwölf Helfer mit einem Bus, zwei Lkws und Booten. „Wir haben zuerst beim Aufbau des Basislagers am Nürburgring geholfen“, erzählt Maximilian Gerberich. Dort wurde der Bundeswehrhubschrauber bestückt, der Lebensmittel, Getränke und andere Spenden in die abgeschnittenen Gebiete brachte. Die Wertheimer installierten in mehreren Dörfern im Ahrtal, in denen Stromkästen weggeschwemmt worden waren, eine Notbeleuchtung, beluden Hilfsfahrzeuge mit Brauchwasser, halfen Keller auszupumpen und bargen Gegenstände aus Häusern.

 

Bereits vier Tage nach den verheerenden Regenfällen hatte das Regierungspräsidium Stuttgart den Hochwasser-Katastrophenschutzzug des Main-Tauber-Kreises losgeschickt. Das Team bestand aus 13 Wertheimer Feuerwehrleuten, darunter ebenfalls zwei BRAND-Mitarbeiter, sowie acht weiteren Mitstreitern aus dem Main-Tauber-Kreis. „Wir waren insbesondere in der Gemeinde Altenahr und dem Ortsteil Altenburg eingesetzt“, berichtet Simon Rüttiger (Spritzguss). Dort hätten kriegsähnliche Zustände geherrscht: „Ein Tal voller Verwüstung, soweit das Auge reicht. Eine Flutwelle von bis zu sieben Metern Höhe hatte sich seinen Weg durch ein enges Tal mit teilweise steilen Abhängen gebahnt. In einigen Ortschaften standen nahezu alle Häuser bis zur Oberkannte des 1. Obergeschosses unter Wasser.“ Die betroffenen Anwohner verloren zum Großteil ihr gesamtes Hab und Gut. 

 

Rüttiger kümmert sich bei der Wertheimer Feuerwehr um die Funkwerkstatt und war mit seinem Team im Ahrtal unter anderem mit dem Aufbau eines Kommunikationsnetzes betraut: „Die Anwohner der betroffenen Ortschaften sollten eine zusätzliche Möglichkeit bekommen, sich bei ihren Angehörigen oder Behörden zu melden, um einen besseren Überblick über die Zahl der noch Vermissten zu erhalten.“ Außerdem unterstützten die Main-Tauber-Katastrophenhelfer die örtlichen Kräfte bei den Aufräumarbeiten in den Wohnhäusern, die teilweise bis unters Dach voller Schmutz und Schlamm waren. Nicht nur für die Betroffenen in den Katastrophenregionen, auch für die Helfer war der Einsatz eine existenzielle Erfahrung: Rüttigers Kollege Markus Kurz (ENT/LH) bringt die Sache mit dem Zitat eines anderen Helfers auf den Punkt: „Einem Anwohner vor Ort einen Topf zu spenden bringt nichts, weil er keinen Herd mehr hat, um ihn zu benutzen.“

 

Engagement gefragt

Gemeinschaftsgefühl erleben und anderen helfen: THW Ortsverbände und Freiwillige Feuerwehren freuen sich über aktive Mitstreiter und Mitstreiterinnen. Auch für Kinder und Jugendliche gibt es zahlreiche Angebote, darunter spannende Freizeitaktivitäten wie Zeltlager. Rückendeckung gibt es dafür vom Arbeitgeber: „Die Unternehmensgruppe unterstützt ein solches ehrenamtliches Engagement von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ausdrücklich“, sagt Kars Herrmann, Director HR & Legal bei BRAND INTERNATIONAL.

Matthias Stein

Marketing Director

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