Büretten sind präzise Volumenmessgeräte, mit denen genaue Analysen durchgeführt werden. Klassische Büretten bestehen aus einem langen, graduierten Glasrohr und verfügen über eine Vorrichtung zur kontrollierten Abgabe einer Lösung (typischerweise Hahn oder Ventil). Sie sind auf „Ex“ (TD = to deliver) justiert.
Büretten werden vor allem bei Titrationen in der Maßanalyse eingesetzt. Anhand der Skala lässt sich bestimmen, welches Flüssigkeitsvolumen bis zum Erreichen des gewünschten Reaktions- bzw. Endpunkts abgegeben wurde.
Büretten sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich, die sich unter anderem in Aufbau, Bedienung und Ablesung unterscheiden.
Bei Glasbüretten gibt es beispielsweise Varianten mit unterschiedlichen Hahn- und Ventilausführungen sowie Schellbach-Büretten mit einem farbigen Streifen, der das Ablesen des Meniskus erleichtert.
Automatische Büretten bzw. Titrierapparate besitzen eine automatische Einstellung des Nullpunktes oben und ermöglichen so eine komfortable Befüllung aus einer Vorratsflasche.
Weiterhin gibt es digitale Büretten, bei denen das abgegebene Volumen elektronisch erfasst und auf einem Display angezeigt wird (bspw. die Titrette® von BRAND). In diesem Artikel liegt der Fokus jedoch auf klassischen Glasbüretten und ihren unterschiedlichen Ausführungen.
1. Bürette mit der zu verwendenden Maßlösung spülen und Bürettenrohr senkrecht ausrichten.
2. Bürette bis knapp über die Nullmarke füllen und zum Entlüften des Bürettenhahnes maximal bis zum Nennvolumen ablaufen lassen.
3. Maßlösung luftblasenfrei bis ca. 5 mm über die Nullmarke füllen.
4. Durch Ablassen der Flüssigkeit den Nullpunkt exakt einstellen. Die Ablesung muss in Augenhöhe (parallaxenfreier Ebene) erfolgen. Titrierapparate werden ebenfalls bis ca. 5 mm über den Nullpunkt gefüllt. Nach dem Belüften stellt sich dieser automatisch ein.
5. An der Ablaufspitze anhaftende Tropfen abwischen.
6. Bürettenhahn öffnen und die Maßlösung langsam zu der Vorlage (mit Indikator) zugeben. Die Ablaufspitze darf dabei die Glaswandung nicht berühren. Das Auffanggefäß mit der Vorlage während des Zutropfens der Maßlösung leicht schwenken oder auf einen Magnetrührer stellen.
7. Das abgegebene Volumen wird in Augenhöhe abgelesen.
8. Ein eventuell an der Ablaufspitze des Hahns anhaftender Resttropfen wird an der Gefäßwand abgestreift und eingespült. Er gehört mit zum titrierten Volumen.