Volumenmessung
mit Volumenmessgeräten aus Glas
Pipetten sind in der Regel auf 'Ex' justierte Volumenmessgeräte zum Abmessen von Flüssigkeitsvolumina. Sie werden bei der Herstellung individuell volumetrisch ausgemessen und mit einer oder mehreren Messmarken versehen.
Wir unterscheiden generell in Vollpipetten und Messpipetten (auf 'Ex' justiert), Pipetten bis 200 μl für den Einmalgebrauch (auf 'In' justiert) und mechanische oder elektronische Mikroliterpipetten, auch Luftpolster- oder Kolbenhubpipetten genannt.
→ Vollpipetten werden auch Volumenpipetten genannt.
→ Justierung:
Klasse AS: 'Ex + 5 s'
Klasse B: 'Ex'
→ In der Regel höhere Messgenauigkeit als Messpipetten
→ Vollpipetten-Ausführungen:
Die wichtigste Ausführung ist die Vollpipette mit 1 Marke
(vollständiger Ablauf).
Weniger gebräuchlich ist die Ausführung mit 2 Marken
(teilweiser Ablauf)
→ Justierung:
Klasse AS: 'Ex + 5 s'
Klasse B: 'Ex'
→ Skalierung erlaubt das Ablesen von Teilvolumina
→ Messpipetten-Typen:
Typ 2 – Nennvolumen oben, völliger Ablauf auch für
Teilvolumina
Typ 1 – Nennvolumen unten, teilweiser Ablauf für alle
Volumina
Typ 3 – Nennvolumen unten, völliger Ablauf nur für das
Nennvolumen
Pipettieren mit Vollpipetten mit 1 Marke (hier Nennvolumen 25 ml)
und Messpipetten Typ 2, Klasse AS (hier Teilvolumen 3 ml)
1. Pipette mit einem Pipettierhelfer bis etwa 5 mm über die gewünschte Volumenmarke füllen.
2. Pipettenspitze außen mit Zellstoff trockenwischen.
3. Meniskus einstellen.
4. An der Spitze verbleibende Tropfen abstreifen.
5. Pipette senkrecht halten, Auslaufspitze an die Wand des schräg gehaltenen Auffanggefäßes anlegen und den Inhalt ablaufen lassen. Pipettenspitze nicht von der Wand lösen!
6. Sobald der Meniskus in der Pipettenspitze zum Stillstand kommt, beginnt die Wartezeit von 5 s (nur bei Klasse AS).
7. Nach der Wartezeit Pipettenspitze an der Gefäßwand ca. 10 mm hochziehen und abstreifen. Dabei läuft noch ein Teil der Restflüssigkeit ab.
Das Arbeiten mit Messpipetten Typ 2 ist deutlich schneller und einfacher. Zudem besteht bei Typ 1 und dem bisher gebräuchlichen Typ 3, die Gefahr, dass bei der stets notwendigen zweiten Meniskuseinstellung zu viel Flüssigkeit abgegeben wird und die Probe erneut angesetzt werden muss (wie auch bei Vollpipetten mit 2 Marken).
Bei der Verwendung von Messpipetten des Typs 1 oder 3 (Nullpunkt oben) muss der Meniskus
1) zunächst auf den Nullpunkt eingestellt werden und anschließend die Flüssigkeit bis kurz über das gewünschte Teilvolumen abgelassen werden.
2) Nach einer Wartezeit von 5 s muss dann der Meniskus ein zweites Mal eingestellt werden.
Sie können zwischen verschiedenen Pipettierhilfen von BRAND wählen: