Volumenmessung
mit Volumenmessgeräten aus Glas
Pipetten sind in der Regel auf 'Ex' justierte Volumenmessgeräte zum Abmessen von Flüssigkeitsvolumina. Sie werden bei der Herstellung individuell volumetrisch ausgemessen und mit einer oder mehreren Messmarken versehen.
Wir unterscheiden generell in Vollpipetten und Messpipetten (auf 'Ex' justiert), Pipetten bis 200 μl für den Einmalgebrauch (auf 'In' justiert) und mechanische oder elektronische Mikroliterpipetten, auch Luftpolster- oder Kolbenhubpipetten genannt.
Vollpipetten, auch Volumenpipetten genannt, sind präzise Volumenmessgeräte zum Abmessen und Überführen eines festen Flüssigkeitsvolumens. Sie besitzen meist einen bauchigen Mittelteil zwischen zwei Rohren, eines davon mit einer Spitze. Nur bei kleineren Volumina reicht die Rohrform.
Sie sind üblicherweise auf „Ex“ (TD = to deliver) justiert. Das bedeutet, dass bei korrekter Anwendung das angegebene Flüssigkeitsvolumen abgegeben wird. Durch ihren kleinen Querschnitt im Bereich der Ringmarke erreichen sie in der Regel eine höhere Messgenauigkeit als Messpipetten.
→ Ausführungen
Vollpipetten mit einer Ringmarke, bei denen die Flüssigkeit vollständig bis zum vorgesehenen Ablauf abgegeben wird.
Vollpipetten mit zwei Ringmarken. Bei diesen wird nur das zwischen den beiden Marken definierte Volumen abgegeben.
→ Justierung:
Klasse AS: ‘Ex + 5 s’
Klasse B: ‘Ex’
Messpipetten sind graduierte Volumenmessgeräte zum Abmessen und Überführen unterschiedlicher Flüssigkeitsvolumina. Im Gegensatz zu Vollpipetten besitzen sie eine Volumenskala in ihrem zylindrischen Teil, über die sich neben dem Nennvolumen auch Teilvolumina abmessen und abgeben lassen.
Messpipetten sind üblicherweise auf „Ex“ (TD = to deliver) justiert. Das bedeutet, dass die Skala das jeweils abgegebene Flüssigkeitsvolumen angibt. Durch die Skalierung sind Messpipetten flexibel einsetzbar, weisen jedoch in der Regel eine geringere Messgenauigkeit als Vollpipetten auf.
→ Messpipetten-Typen:
Typ 2 – Nennvolumen oben, völliger Ablauf auch für
Teilvolumina
Typ 1 – Nennvolumen unten, teilweiser Ablauf für alle
Volumina
Typ 3 – Nennvolumen unten, völliger Ablauf nur für das
Nennvolumen, teilweise Ablauf für alle Teilvolumina
→ Justierung:
Klasse AS: 'Ex + 5 s'
Klasse B: 'Ex'
Pipettieren mit Vollpipetten mit 1 Marke (hier Nennvolumen 25 ml)
und Messpipetten Typ 2, Klasse AS (hier Teilvolumen 3 ml)
1. Pipette mit einem Pipettierhelfer bis etwa 5 mm über die gewünschte Volumenmarke füllen.
2. Pipettenspitze außen mit Zellstoff trockenwischen.
3. Meniskus einstellen.
4. An der Spitze verbleibende Tropfen abstreifen.
5. Pipette senkrecht halten, Auslaufspitze an die Wand des schräg gehaltenen Auffanggefäßes anlegen und den Inhalt ablaufen lassen. Pipettenspitze nicht von der Wand lösen!
6. Sobald der Meniskus in der Pipettenspitze zum Stillstand kommt, beginnt die Wartezeit von 5 s (nur bei Klasse AS).
7. Nach der Wartezeit Pipettenspitze an der Gefäßwand ca. 10 mm hochziehen und abstreifen. Dabei läuft noch ein Teil der Restflüssigkeit ab.
Das Arbeiten mit Messpipetten Typ 2 ist deutlich schneller und einfacher. Zudem besteht bei Typ 1 und dem bisher gebräuchlichen Typ 3, die Gefahr, dass bei der stets notwendigen zweiten Meniskuseinstellung zu viel Flüssigkeit abgegeben wird und die Probe erneut angesetzt werden muss (wie auch bei Vollpipetten mit 2 Marken).
Bei der Verwendung von Messpipetten des Typs 1 oder 3 (Nullpunkt oben) muss der Meniskus
1) zunächst auf den Nullpunkt eingestellt werden und anschließend die Flüssigkeit bis kurz über das gewünschte Teilvolumen abgelassen werden.
2) Nach einer Wartezeit von 5 s muss dann der Meniskus ein zweites Mal eingestellt werden.
Sie können zwischen verschiedenen Pipettierhilfen von BRAND wählen: